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Eisele-Island-Cup
Written by Michael Eisele   
Monday, 21 June 2010

Rock n´Roll in Flateyri...
-fortlaufender Bericht, der immer im Anhang fortgeschrieben wird-
Der Endbericht folgt demnächst....





41 Meeresangler haben sich auf gemacht, hier den Fisch des Lebens zu fangen. In der Kooperation von Dieter-Eisele-Sea-Fishing, Angelreisen Hamburg, Fischerman´s Partner Lübeck und Fische und Angeln Schwerin haben wir diese Island-Tour 2010 organisiert. Von Oldenburg (Firmensitz von Eisele) sind wir mit dem Omnibus (organisiert von Nils) nach Kopenhagen gereist, um von dort aus nach Reikjavik zu fliegen. Dort sind auch die beiden Angelfreunde aus Frankfurt zu uns gestoßen und wir sind für eine Nacht in dem urigen Viking-Hotel untergebracht. Am nächsten Morgen dann von Keflarvik -dem Inlandsflughafen- aus mit der Chartermaschine auf die Westfjords zu fliegen. Dort angekommen, steht auch der LKW parat, der unser Angelgerät, bei 40 Mann mal so eben 2 Tonnen Gepäck, über den Landweg ins Camp gebracht hat. Hektisch werden nun die 10 Häuser belegt, alle sind heiß! Wir haben den Luxus, in 4er Haus- und Bootsbelegungen diese Angelwoche zu genießen. Am ersten Nachmittag sind dann alle bereits auf den ersten Törn mal durch den Fjord gefahren, um am Fjord-Ausgang die Nase, bzw. das Boot in den Wind zu halten. Es ist allerdings etwas viel Wind draußen, wodurch ein gezieltes Großfischangeln noch nicht optimal funktioniert. Aber warm geangelt sind alle und wir warten nun auf das bevorstehende Windloch, um dann an die Stellen zu kommen, wo es "rappeln" wird. Bei richtiger Driftgeschwindigkeit und auf den richtigen Stellen soll hier etwas passieren, so viel ist sicher. Wir werden berichten, hier auf Hart-am-Fische.de Petri Heil aus Flateyri, Euer Michael















Heute am 2. Tag genießen wir bestes Wetter. Ein blauer Himmel lässt das Tal von Flateyri in traumhaft schönen Farben leuchten. Gerade in der Nacht, wenn die Sonne um 12.00 Uhr immer noch vom Himmel strahlt, leuchten die hohen Berge rund um unser Camp in märchenhaften Farben. Leider haben wir heute noch einen steifen Nord-Ostwind, der uns ein Angeln draußen an den begehrten Stellen nicht ermöglicht. Einige Boote sind trotzdem ausgelaufen, um in unserem Fjord, dem Önunddarfjördur nach Fisch zu suchen. Es werden auch unzählige Fische gefangen, Dorsche, Seelachse, sogar ein Steinbeisser. Aber die Größe dieser Fjord-Kameraden ist noch nicht die, die wir hier eigentlich suchen. Im Boot von Alex Habeck, der bereits in der Nacht ausgelaufen ist, wiegt der größte Drosch knappe 10 Kilo und dieser wurde sogar draußen auf dem offenen Atlantik gefangen. Allerdings bei widrigen Bedingungen, mit Driftsack am Boot und trotzdem noch mit einer 2-Knoten-Driftgeschwindigkeit. Nicht die Wellen, sondern die starke Drift machen das Fischen nicht einfach. Andere nutzen den Tag, vom Ufer aus die Meerforellen zu suchen. Eine hat sogar angebissen, aber gelandet wurde sie nicht. Diese Angelei ist hier in der Nacht auch weitaus vielversprechender, sagt Julius. Und er muss es wissen, hat er doch vor kurzem 13 (!!!) Meerforellen innerhalb kürzester Zeit erbeutet. Also eine super Alternative, wenn auf dem Atlantik der Wind weht. Ich habe von einem Aussichtspunkt mit Julius die Lage live gecheckt und man kann bei diesem klarem Wetter genau die Strömungskante am Fjordausgang erkennen. Die weißen Kämme dort draußen sehen noch nach sehr viel Wind aus. Lt. Windfinder so 12 Meter die Sekunde, in Böen mehr. Hinzu kommt der Sonnenwind hier am Tage, wenn sie denn scheint, wie heute.

Auf dem Bild unten sehen wir Julius, der mir zeigt wo im Tal, unten am Wasser, Flateyri liegt. Und dort liegen die Boote, die darauf warten, in See zu stechen. Ich sage mal so: heute sammeln wir Kraft. Kraft für das, was da kommen soll. Nämlich ab morgen sich drehender Wind, der dann im Laufe des Abends und der Nacht ganz einschläft. Wir hoffen, dann morgen auf "GROSSE" Fahrt gehen zu können.

Petri Heil aus Island.

Eurer Michael

 

Strömungs- und Windkante vor Flateyri
Julius über Flateyri
Peter mit einem hübschen Dorsch
 
Das Island-Wetter. Man sieht gut die Windkante vor unserem Fjord. Aber morgen soll der Wetterbericht hoffentlich Recht haben und alles ist weiß!


Rock n´Roll

ein Angeltag des Lebens!

1:1 zum Wetterbericht schläft der Wind an unserem ersten ernstzunehmenden Angeltag ein. Ab Mittag legt sich die Welle und anschließend auch schnell die Dünung. Erfahrene Meeresangler sagen wohl "Ententeich" dazu.

Mit diesem Traumwetter, die Sonne scheint nämlich auch immer noch, ziehen 41 Meeresangler und Julius als 42. aus Flateryri auf Raubzug.


Am Ausgang unseres Fjordes, vor dem offenen Atlantik, der sich hier in einem riesigen Plateau vor den Westfjords ausläuft, suchen wir als erstes Köderfische. Die Ruten sind sofort krumm, auf 10 Meter Wassertiefe tümmeln sich kleine Dorsche und Seelachse. Auf letztere haben wir es abgesehen, denn wir wollen später weiter draußen diese Seelachse als (Zusatz-) Köder anbieten. Denn, wer in Island einen Großfisch fangen will, muss die unzähligen Dorsche überlisten, die kleiner sind als erwünscht. Mit diesen Dorschen wären wir in Heiligenhafen innerhalb einer Stunde Dorschfestival-Gewinner aber hier, am Ende der (europäischen) Welt wollen wir mehr. In Norwegen träumt jeder davon einen 10+ zu erbeuten. Hier in Island trauen sich einige erfahrene Gäste zu sagen: Bei diesen Bedingungen wollen die 20+ knacken!

Was folgt gleicht einem Hochleistungs-Wettkampf-Tag, einer für Angler. Angeln bis die Arme schmerzen! Klar müssen wir auch hier unsere Stellen und Fische suchen und finden, aber es scheint allen 10 Booten innerhalb kürzester Zeit zu gelingen. Wen immer man auch sieht, man sieht krumme Ruten. Rock n´Roll vor Island!

Einzig der Stand der Sonne und die Gezeitenströmung lassen Beißflauten aufkommen. So an diesem Tag, der helle sonnendurchtriebene Nachmittag, an dem das Wasser am späten Nachmittag seinen Höchststand hat. Zu diesem Zeitpunkt schläft die Drift fast gänzlich ein, und wir angeln fast auf der Stelle.

Was tut man in diesen Stunden? Die Steingründe nach Catfisch oder besser gesagt Steinbeissern absuchen. Julius hat für jeden Gast eingefrorene Oktopusse parat, die wir in Ringe schneiden um sie nicht zum Abendessen zu genießen, sondern diese gegen leckeres Steinbeißerfleisch zu tauschen. Also gehen unsere mit Naturköder beköderten Köder ins Wasser. Der eine mit einer Nachläufer-Montage, der andere mit Pilkern, am besten hochglanzverchromt, damit das reflektierte Sonnenlicht ordentlich Aufmerksamkeit erzeugt. Wichtig sind kleine Drillinge oder aber ein Einzelhaken, anders als beim Dorschangeln, damit die Bisse der Steinbeißer, die ja ein recht kleines Maul haben auch sizten. Nicht selten kommen Catfische noch oben und lassen den Köder einfach wieder los, weil sie mit ihrer enormen Beißkraft einfach aus Reflex an der vermeindlichen

6 Kilo-Bursche mit der Jigging-Master PE3 gelandet. Spaßfaktor 1A.
Köder: Eisele´s Steinbeißer-Spezial

Beute festhalten. Wer noch mag, unterstützt die Aufmerksamkeit des Pilkers -gerade bei trübem Wetter- noch mit einem Leuchtoktopus über dem Drilling. Und 100% bieten wir an, wenn der Pilker auch noch "rasselt", wie der Steinbeißer-Spezial von Eisele, der diese Komponenten alle miteinander verbindet. Hört sich nach Werbung an; er ist aber auch wirklich eine Geheimwaffe! In dem Boot von Michael bringt in dieser Steinbeißer-Drift jedes runterlassen unsere Beutefische. Die Gäste und Kollegen kommen aus dem breiten Grinsen gar nicht mehr heraus. Hatten doch alle noch nie einen Steinbeißer gefangen. Das es hier klappen könnte, haben sie gehofft. Das aber gleich jeder seine 5-10 Tiere fängt ist unglaublich. Aber so ist es hier vor Island, sind die Bedingungen gut und findet der Bootsführer die richtigen Stellen zur richtigen Zeit, geht die Post ab: Rock n´ Roll!

Nachdem in Michaels Boot die Petri-Jünger langsam genug Steinbeißer-Erfahrung gesammelt haben, legen die Jungs von Bootsführer Adrian noch einen Drauf. "Eine Drüüüft noch" sagt der gebürtige Engländer seinen Kollegen und die Gruppe legt am Hafen sage und schreibe 40 Steinbeißer auf die Planken. Das ist Wahnsinn!

Am Abend, als die Sonne dem Horizont etwas dichter kommt und die schroffen Berge der Westfjords in Goldbraun leuchten lässt, nimmt die Strömung mit dem ablaufenden Wasser wieder zu. Wer jetzt erst auf die Steinbeißer-Jagd geht, hat falsch gehandelt, denn hier ist die Drift mit 2ktn schon wieder zu stark für diesen langsamen Fisch.

Aber die Dorsche werden wieder agil und die Boote driften in einer guten Geschwindigkeit über die Jagdgründe. (Driftsäcke sind hier eine nützliche Hilfe, um im Fall des Falles die Boote etwas gemächlicher driften zu lassen.) Wir beangeln alle Tiefen. Auf dem großen Plateau mit durchschnittlich 50 Meter Wassertiefe rappelt es ordentlich im Karton. (mit Karton sind die zwei großen orangenen Fischboxen im Boot gemeint) An der Kante des Plateaus, oben am Rand des Eisfjords bricht die Kante scharf ab auf 160 Meter und mehr. Hier oben läuft die Drift allerdings quer zur Abbruchkante und die Wassertiefe ändert sich rasend schnell. Wir stellen hier fest, dass dann wieder auf glattem Grund die Tiefe von über 100 Metern schon sehr anstrengend zu beangeln ist und zusätzlich wenig Bisse kommen.

Logo hat Julius uns auf alle Bedingungen eingestellt und es gibt den Tipp, einige Flächen um die 80 Meter zu suchen. Und damit hat Julius richtig gelegen. Am späten Abend, wir fischen bereits seit 10 Stunden, kracht zum ersten Mal so richtig, der Stock biegt sich zum Halbmond. (Appr. Mondphasen: Voll- und Neumond sind klasse, zunehmender oder abnehmender Mond weniger) Der erste Dorsch mit über 10 Kilo kommt ins Boot, wobei in diesem Drill sich die nächste Rute eben so stark biegt. Es geht ab! Es kommen Wahnsinns-Dorsche Schlag auf Schlag. Wie wir später im Hafen feststellen, eine Schule von Dorschen mit mehr als 12 Kilo, der schwerste mit 14 Kilo, 28 Pfund! Wir hören erst auf als alle sagen, die Arme schmerzen und die Kräfte sind weg.

Es ist bereits ein Uhr Nachts durch und wir sind 12 Stunden auf dem Wasser. Aber das Licht der Mitternachtssonne lässt uns nicht müde werden, ebenso wir die atemberaubenden Drills nicht. Aber wir fahren auch noch eine Stunde heimwärts und ein "Hänger" eines Kollegen hat uns dann -nach dem wir den Pilker umfahren haben- entscheiden lassen: Der Tag war perfekt, besser geht nicht, wir laufen den Hafen an.

Völlig erschöpft und dann wirklich müde erreichen wir um halb drei Uhr Nachts Flateyri, schippen noch mal Eis auf die Fische, die morgen früh um neun abgegeben werden. (Jeder Fisch wird hier ja an die Fischfabrik abgegeben und wir bekommen am Abreisetag unseren fertig filetierten und eingefrorenen Dorsch und Steinbeißer mit nach Hause - ein Glück, es wäre gar nicht daran zu denken, all diese Fische zu filetieren und das, obwohl wir sehr viele zurückgesetzt haben.)

Zwei meiner Bootskollegen dürfen dann noch einmal ihre Kamera abgeben, weil ich noch ein Bild machen möchte. Pustekuchen! Heimlich den Eimer mit Atlantik-Wasser gefüllt gibt´s schnell die 10-Kilo Taufe für Meeresangler, die mit um das rote Kissen angeln!

Im Hafen sind andere Boote ebenfalls so spät eingelaufen und bringen alle ähnliche Erfolge mit Heim. Doch ein Boot ist immer noch draußen, das von Bootsführer Mirco.

Wir gehen schlafen, denn in 5 Stunden klingelt der Wecker und es soll von Neuem losgehen, bevor dann am Abend des nächsten Tages Wind erwartet wird.

Am nächsten Morgen um 9.00 Uhr kommen dann die ganzen Fische noch mal aus den Fischboxen ans Tageslicht. Unglaublich! Geschätzte 4-5 Tonnen landen wir an. Die größten Dorsche werden noch einmal fotografiert und die Angler bekommen ein zweites Mal Herzklopfen bei diesem Anblick!

Da kommt ein Boot, welches nicht am Steg gelegen hat, sondern von draußen. Es ist Mirco´s Crew. Die haben tatsächlich die ganze Nacht durch geangelt. Eine weise und erfahrende Entscheidung, später rauszufahren, um die 12 Nachtstunden aktiv zu sein. (Wie beschrieben... Sonnenlicht, Strömungen) Sie haben lange gesucht, auch Beißflauten überstanden, um am Ende die richtige Schule zu finden! Dorsche über 20 Kilo! Und davon mehrere! Traumfische! Rock n´Roll again!

Petri Heil an alle Angler, die hier an diesem Tag ihren Angeltraum erfüllt haben. Einfach Wahnsinn!

Vorn liegt momentan Torsten mit 23 Kilo (knapp die 50lb Marke verfehlt), gefolgt von Mario mit einem 20 Kilo Dorsch. Für die Steinbeißer liegt Alex mit 10,5 Kilo vorn, gefolgt von Bernd mit 9 Kilo vorn. Das Boot mit der längsten Steinbeißer Strecke ist das von Adrian, mit 40! Steinbeißern.

Aber es war ja erst der erste Angeltag - in einem Windloch - ein Tag an dem die Bedingungen sehr sehr gut waren. Wir hoffen alle inständig, es folgen noch weitere. Bitte Petrus!

Petri Heil aus Flateyri

Euer Michael








die vier größten Dorsche des Tages, 23 Kilo ist Top!
 
 Mirco hat sichtlich Spaß! Gut gemacht Jungs!

Der Endbericht folgt

Hier ein kleiner Film-Clip der Tour
 
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